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Milk. Made.

Cover Milk. Made

Der Inhalt:

Wilde Natur, wundersame Tiere – Tasmanien ist seit langer Zeit ein Sehnsuchtsziel von mir. Schon bevor mir klar war, dass der südlichste Bundesstaat Australiens auch käsemäßig ein spannendes Ziel ist, träumte ich von einer Reise auf die Insel. Mit seinem Buch „Milk. Made.“ hat mir der tasmanische Autor Nick Haddow gleich zehn weitere Gründe gegeben, an diesem Wunsch festzuhalten. Wie er in seinem Käsebuch beschreibt, gibt es in Tasmanien nämlich einige spannende Käsereien. So wie zum Beispiel die Tongola Diary, die von zwei Schweizern im Exil gegründet wurde.

Kapiteltrennerseite Milk. Made.

Wer nun denkt, bei „Milk. Made“ gehe es nur um tasmanischen Käse, hat weit gefehlt. Aufgeteilt in Kapitel wie „Milch“, „Joghurt“ und „Blauschimmelkäse“ vermittelt der Inhaber der Käserei Bruny Island Cheese Co. grundlegende Informationen zu Milch und Käse. So beantwortet Haddow im ersten Kapitel die Frage „Was ist Milch?“ und erklärt, wie sich das Leben der Milchbauern in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Hauptbestandteil jedes Kapitels sind die zahlreichen Käserezepte. Ich habe bisher die Anleitungen für die Feigentarte (Seite 172) und den Rote Beete-Kuchen (Seite 128) ausprobiert und bin zufrieden: Beide Rezepte ließen sich schnell und unkompliziert umsetzen und haben gut geschmeckt. Als Vorteil habe ich dabei empfunden, dass die Maßeinheiten für die Rezepte sowohl für Europäer, als auch für Amerikaner angegeben sind.

Käserezept Milk. Made.

Am besten gefallen mir aber die Käser-Interviews, mit denen Haddow jedes Kapitel abschließt. Wie er es geschafft hat, seinen Verlag zu überzeugen, für jedes Interview gemeinsam mit Fotograf Alan Benson auszurücken, würde mich wirklich mal interessieren! Die Spesenrechnungen für ihre Reisen zur Sugar House Creamery in die USA und Fort des Rousse in Frankreich dürften den Wert eines Comtés deutlich überstiegen haben.

Aber mich als Leserin freut es natürlich, dass alle Beteiligten so viel Aufwand in das Buch gesteckt haben. Nicht nur, weil die Texte spannend und lebendig zu lesen sind, sondern weil alle Fotos im Buch wie aus einem Guss wirken. Dafür wurde „Milk. Made.“ 2017 auch mit dem James Beard Foundation Book Award ausgezeichnet. Ich finde, diese Ehrung ist mehr als verdient.

Sugar Hill Creamery Milk. Made.

Der Autor:

Nick Haddow ist Begründer der tasmanischen Käserei Bruny Island Cheese Co. Was ihn zu dem Buch bewogen hat, erfahrt ihr hier.

Der „fun fact“:

Eine jahrhundertealte Käsekultur, wie in der Schweiz, kann auch ganz schön nerven. Nachzulesen auf Seite 46.

Angaben zum Buch

Titel Milk. Made.

Autorin Nick Haddow

Verlag Hardie Grant Books

Umfang 288 Seiten

Sprache Englisch 

ISBN 978-174379135-6

Übrigens: Das US-amerikanische Käsemagazin culture hat vor ein paar Tagen einen spannenden Beitrag über die tasmanische Käselandschaft veröffentlicht. Den Artikel findet ihr hier.

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